11.
Oktober

Greenpeace-Stresstest: Aktivisten noch immer in schwedischen AKWs

Greenpeace-Aktivisten haben sich in zwei schwedischen AKWs versteckt.

Greenpeace-Aktivisten haben die Nacht unentdeckt in den Atomkraftwerken Forsmark und Ringhals in Schweden verbracht. Ein Team von Kletterern ist im AKW Forsmark erst nach mehr als 30 Stunden entdeckt worden. Ein anderes Team in Ringhals hat sich nach 28 Stunden freiwillig entdecken lassen. Derzeit werden noch 29 ausländische Greenpeace-Aktivisten auf der Polizeistation von Uppsala festgehalten – 20 davon Deutsche. Von offizieller Seite heißt es, sie sollen 72 Stunden – bis zur Verhandlung am Freitag neun Uhr in Haft bleiben. Doch weiterhin befinden sich Greenpeacer auf dem Gelände der AKWs.

Tag 2 des Greenpeace-Stresstest: Morgens um acht Uhr twittert eine der Aktivisten im AKW Ringhals, dass sie sich noch auf einem Dach auf dem AKW-Gelände befinden. Daraufhin beginnt eine intensive Suche nach den Vieren. Doch es dauerte eine weitere Stunde bis Sicherheitskräfte die Aktivisten entdeckten – nachdem sie sich bemerkbar gemacht haben. Etwa zwei Stunden später wird ein weiteres Kletter-Team in Forsmark entdeckt und festgesetzt.

Auch im EU-Stresstest werden die Sicherheitsstandards der schwedischen AKWs massiv kritisiert. In einem jüngst veröffentlichten Report empfiehlt ein unabhängiger Atomexperte, alle drei schwedischen Atomanlagen wegen Sicherheitsmängeln sofort herunterzufahren. Er hatte die in Schweden durchgeführten Stresstest intensiv unter die Lupe genommen.

“Wir nennen unsere Aktion Stresstest, weil wir der Öffentlichkeit deutlich machen wollen, wie gefährliche die schwedischen Atomkraftwerke sind. Sie stellen nicht nur für die Menschen in der Umgebung eine Gefahr dar, sondern für die Menschen in ganz Skandinavien”, sagt die Aktivistin Isadora Wronski. “Greenpeace fordert die Umweltministerin Lena Ek auf, sicherzustellen, das diese riskanten Reaktoren aus dem Betrieb genommen werden.”

Aufgrund der gestrigen Greenpeace-Stresstests in den AKWs Forsmark und Ringhals, sah sich Umweltministerin Ek gezwungen die Greenpeace-Aktion zu kommentieren. Sie zitierte Verantwortliche von E.on und Vattenfall zu einem heutigen Treffen. Dann sollen sie ihr erklären, wie sie gedenken mit den Sicherheitslücken umzugehen.

14.
September

Web-Demo vor Shell-Tankstelle

Greenpeace-Aktivisten protestieren online und offline gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis. (c) Jürgen Modrow

Greenpeace-Aktivisten und viele Internetnutzer haben am 14. September vor der Shell-Tankstelle am Hamburger Dammtor-Bahnhof gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Auf einer Großleinwand und mehreren Monitoren bringen die Aktivisten Twitter-Meldungen von Verbrauchern direkt und live vor die Tankstelle. Internetnutzer aus der ganzen Welt posten heute bezüglich einer von Greenpeace lancierten Twitter-Demo Kommentare und Nachrichten gegen Shell und sagen: “Shell, Finger weg von der Arktis!”

Die Twitter-Meldungen sind in Form einer virtuellen Parade auf der Internetseite http://twitterprotest.savethearctic.org zu lesen. Der Grund für die Aktion ist Shells Bohrstart Anfang der Woche vor der Küste Alaskas. “Die Bohrungen von Shell gefährden das einzigartige Ökosystem in der Region”, sagt Kai Britt, Ölexperte von Greenpeace. Seit Mitte Juni haben sich weltweit bereits eineinhalb Millionen Menschen auf www.savethearctic.org als Arktisschützer registriert. Zusammen mit den Teilnehmern der Web-Demo und Greenpeace fordern sie, dass sich die Ölindustrie aus der Arktis zurückzieht.

Greenpeace-Aktivisten setzen Kampagne zum Schutz der Arktis fort

In diesen Tagen protestieren Ehrenamtliche von Greenpeace bundesweit vor Shell Tankstellen für den Schutz der Arktis. Das Ökosystem der Arktis ist einzigartig, ein Ölunfall hätte katastrophale Folgen für Flora und Fauna. Experten warnen, dass ein großer Ölunfall in den arktischen Regionen nicht beherrschbar sei.

Niedrige Temperaturen, Eis und lange Dunkelperioden verlangsamen dort den natürlichen Abbauprozess des Öls deutlich. Das Öl würde bei einem Unfall lange Zeit im Ökosystem bleiben. So sind die Folgen des Tankerunglücks der Exxon Valdez vor der Küste von Alaska im Jahr 1989 auch heute noch nachweisbar.

Shell bekommt Probleme nicht in den Griff

In Hamburg war ein mobiles Banner mit dabei. (c) Jörg Modrow/Greenpeace

Die Ölbohrungen von Shell sind bereits während der Vorbereitungen von massiven Problemen überschattet worden. Der Konzern wollte ursprünglich Anfang Juli mit den Bohrungen beginnen. Doch Eisgang und fehlende Genehmigungen hatten den Start immer wieder verzögert.

Auch in dieser Woche musste der Konzern die Bohrungen wenige Stunden nach Beginn wegen Eisgang wieder stoppen. Shell versucht jetzt die Genehmigungen für die Bohrungen zu verlängern, ungeachtet der immer schwierigeren Wetterbedingungen. “Shell setzt alles auf eine Karte und handelt unverantwortlich”, so Britt.

Auch in den Niederlanden waren am Freitag Greenpeace-Aktivisten aktiv. Über 60 Greenpeace Aktivisten/innen schlossen am Morgen fast 70 Shell-Tankstellen. Dazu haben sie die Zapfpistolen der einzelnen Zapfsäulen mit Bügelschlössern zusammengeschlossen. Und auch in Prag waren Greenpeacer an einer Shell-Tankstelle aktiv.

Greenpeace fordert ein Verbot der Ölausbeutung in der Arktis und setzt sich für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol ein.
Unterstützen Sie die Online-Demo gegen Shell und posten Sie einen Tweet mit den Hashtags #StopShell #savethearctic!

19.
April

Buchvorstellung: Einführung in das Campaigning

Seit ein paar Tagen gibt es ein neues Buch, was ich umweltpolitischen Aktiven empfehlen möchte. “Einführung in das Campaigning” ist von Andreas Graf von Bernstorff geschrieben worden, der viele Jahre bei Greenpeace gearbeitet hat. Beim Lesen könnt ihr von seinen Erfahrungen profitieren und das Handwerkszeug für effektive Kampagnen erlernen.

Campaigning als Methode ist erlernbar und professionalisierbar. Gute Kampagnen kann man nicht von Anfang bis Ende strikt durchplanen, sondern sie “entwickeln sich”. Andererseits ist ein Minimum an Planung aber notwendig. Deshalb sind Leitfäden wie dieses Buch sinnvoll.

In dem Buch geht es in erster Linie um das Kampagnenhandwerk. Es werden die wichtigsten Elemente und Handlungsfiguren vorgestellt. Es folgt der Plan, den man machen kann, wenn man versteht wie Kampagnen funktionieren. Weiter werden Kampagnentypen vorgestellt, wie sie zu bestimmten Akteuren und Zielen passen und welche Rolle Zeitverläufe bei Kampagnen spielen.

Also eine spannende Lektüre für alle die Kampagnen machen oder zukünftig planen wollen. Also ab in die nächste Buchhandlung oder gleich online bestellen.

21.
September

Auch bei H&M chemiefreie Mode im Trend

Nach Puma, Nike und Adidas zieht jetzt der nächste Textilhändler nach: H&M hat bekanntgegeben, künftig auf gefährliche Chemikalien in der Produktion zu verzichten. Damit verzeichnet die Greenpeace-Kampagne gegen Schmutzige Wäsche einen weiteren großen Erfolg.

Bei H&M im Trend: chemiefreie Mode

Die Reaktion von H&M kam schnell. Zuvor hatten sich Greenpeace-Aktivisten in 12 Ländern an H&M gewandt, um den zweitgrößten Textilhändler der Welt davon zu überzeugen, die Umweltverschmutzung in den Herstellungsländern zu beenden.

Nun will H&M in Zukunft offenlegen, in welchen Fabriken die Textilien produziert werden und welche Chemikalien dabei zum Einsatz kommen. Bis zum Jahr 2020 sollen alle gefährlichen Chemikalien zum Färben, Waschen, Bleichen und Bedrucken ausgelistet werden. Außerdem will H&M den Verzicht auf gesundheitsgefährdende Chemikalien innerhalb der Bekleidungsindustrie vorantreiben.

Ob das tatsächlich auch passiert, wird von Greenpeace von Zeit zu Zeit überprüft, wie der Chemiexperte von Greenpeace, Manfred Santen im Greenpeace-Interview erklärt: “Wir werden sicherlich das nächste und auch das übernächste Jahr damit verbringen, zu schauen, wie groß die Fotrschritte sind.”

Doch nicht nur H&M, Puma, Nike und Adidas sind von Greenpeace aufgefordert worden, gefährliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. “Die gesamte Branche muss nun erkennen, dass schmutzig hergestellte Mode in Zukunft nicht mehr salonfähig ist”, sagt Santen. “Saubere Mode ist diese Saison im Trend.”

15.
September

Entgiftet H&M

Puma, Adidas & Nike haben bereits zugesagt, Champions in giftfreier Mode zu werden. Das reicht aber nicht aus. Auch für Textilien von Hennes und Mauritz (H&M) werden gefährliche Chemikalien verwendet, die Umweltprobleme in den Herstellungsländern verursachen.

H&M-Postkartenmotiv

Textilfabriken in Billiglohnländern produzieren 90 Prozent der weltweit verkauften Bekleidung – häufig unter miserablen Umweltauflagen. So werden für ein Kilogramm Stoff bis zu 100 Liter Wasser verbraucht – und die Abwässer wieder in die Flüsse entlassen.

Große Textilmarken wie H&M lassen ihre Produkte mehrmals waschen, bevor sie bei uns in die Geschäfte kommen. In T-Shirts und Trikots sollen sich möglichst wenige Rückstände der etwa 3000 Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können. Dennoch konnte Greenpeace in der Untersuchung Schmutzige Wäsche 2 nachweisen, dass H&M-Textilien Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten.

NPE werden in der Bekleidungsindustrie vielfältig genutzt. Sie gelangen als Nonylphenol in den Wasserkreislauf und reichern sich in der Nahrungskette an. Die hormonell wirksame Substanz wurde auch in menschlichem Gewebe nachgewiesen. In der EU ist die Anwendung von NPE seit 2003 weitgehend verboten.

Mit 377 Filialen ist Deutschland weltweit der wichtigste Markt für H&M. Das schwedische Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit 700 Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und gefährliche Chemikalien ausschließen.

Auch Nonylphenole und dessen Ethoxylate stehen auf der von H&M veröffentlichten Liste für Chemikalien, die während der Produktion nicht zum Einsatz kommen dürfen. Da Greenpeace auch in H&M-Produkten NPE nachgewiesen hat, scheint die freiwillige Selbstverpflichtung nicht zu greifen.

Fordert von H&M, Verantwortung zu übernehmen: Unterschreibe unsere Petition und unterstütze die Kampagne auf GreenAction. Entgiftet H&M – Alles muss raus!

1.
September

Adidas macht Schluss

Sieben Wochen hat es gedauert, jetzt ist Adidas den Schritt gegangen, den die Konkurrenten Nike und Puma schon voraus waren: Adidas gab bekannt, dass in Zukunft die Textilien mit weniger Schadstoffen hergestellt werden sollen. Die Detox-Kampagne von Greenpeace hat die drei größten Sportartikelhersteller innerhalb von sieben Wochen dazu bewegt, bis zum Jahr 2020 auf gefährliche Chemikalien in der Textilproduktion zu verzichten. “Greenpeace hat die drei größten Sportmarken in ein Rennen um die  umweltfreundlichste Produktion geschickt”, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. “Nun haben wir drei Champions.”

adidas entgiften!

Am 31. August hat sich Adidas offziell in einer Erklärung dazu verpflichtet, hormonell wirksame Chemikalien wie Nonylphenolethoxylate (NPE) bis zum Jahr 2020 komplett aus dem Produktionsprozess zu entfernen.Außerdem ist Adidas bereit, Daten über den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu veröffentlichen. Wie Adidas das anstellen will, gibt der größte deutsche Sportartikelhersteller in den kommenden Wochen mit einem konkreten Aktionsplan bekannt.

“Die Unternehmen haben sich bereit erklärt, giftige Chemikalien auszulisten. Dies ist eine gute Nachricht für die Menschen in China und anderen asiatischen Ländern, deren Flüsse ihre Lebensadern sind”, sagt Santen. Die guten Nachrichten gehen aber noch weiter. Denn nicht nur die drei großen Sportmarken reagieren auf die Forderung von Greenpeace – nach der Veröffentlichung der Greenpeace-Untersuchungen sind nun auch andere Firmen wie Lacoste und G-Star dazu bereit, ihre Umweltstandards zu verbessern und ihren Chemikalieneinsatz zu verringern.In den kommenden Wochen wird Greenpeace zunächst mit den Marken Lacoste, G-Star Raw, Uniqlo und Li Ning über eine “Null-Einleitung” von gefährlichen Chemikalien verhandeln.

(Autorin: Hannah Samland)

22.
August

Nike verzichtet auf “schmutzige Wäsche”

Die Detox-Kampagne von Greenpeace kann einen weiteren Erfolg verbuchen: Nach Puma hat nun auch Sportmarkenhersteller Nike bekanntgegeben, künftig auf gefährliche Chemikalien verzichten zu wollen. Bis zum Jahr 2020 will Nike alle gefährlichen Chemikalien aus der Herstellung seiner Textilien verbannen. Außerdem will Nike alle von Zulieferern verwendeten Chemikalien veröffentlichen. Der Marktführer sicherte zu, seinen Umsetzungsplan innerhalb von acht Wochen zu veröffentlichen.

In den Niederlanden hängten Greenpeace-Aktivisten ein großes Detox-Banner auf. Jetzt hat Nike auf die Kampagne reagiert.

In den Niederlanden hängten Greenpeace-Aktivisten ein großes Detox-Banner auf. Jetzt hat Nike auf die Kampagne reagiert.

Mit diesen Maßnahmen wird nun neben Puma auch Nike dafür sorgen, dass sich die Wasserverschmutzung durch die Textilindustrie und damit die Belastung für Mensch und Umwelt in den Herstellungsländern verringert. “Nike und Puma erkennen ihre Verantwortung und reagieren richtig auf unsere Recherchen”, urteilt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.

Adidas weiter ohne Reaktion

Jetzt muss nur noch Adidas Farbe bekennen. In der Reihe der großen Drei, ist Adidas die einzige Sport- und Lifestyle-Marke, die bisher noch nicht auf die Detox-Kampagne reagiert hat.  “Es überrascht, dass Adidas in diesem Fall nicht vorangeht. Dieser Hersteller war neben Nike schon mal unter den Ersten, die Umweltzerstörung beseitigen wollten”, sagt Santen. Als Greenpeace im Jahr 2009 Schuhmarkenhersteller aufforderte, nicht länger Leder von Rinderfarmen zu verarbeiten, die den Amazonas-Urwald zerstören, reagierte Adidas schnell. Doch nun setzen andere den Standard.

(Autorin:  Hannah Samland)

13.
August

Umfrage

Greenpeace International sucht Online-Aktivistinnen und Aktivisten, die sich an einer Umfrage beteiligen. Es geht darum euch besser kennenzulernen und zu erfragen was für euch besonders wichtig ist. Bitte macht mit!

19.
August

Aufruf zum Riesen-Remix

Skandalös wie der neue RWE-Spot (der mit dem Riesen) die traurige Wirklichkeit grünwäscht. Aber das lassen wir nicht durchgehen! Wir rufen euch zu einem Kreativ-Wettbewerb auf: Ihr könnt den Film umschneiden (z.B. mit Windows-Movie-Maker oder iMovie), mit neuen Tonspuren unterlegen, vielleicht einen neuen Antwort-Spot als Parodie drehen, neue Versionen des zugehörigen Songs aufnehmen, lustige Bilder erstellen usw. usf.!

Und da RWE nicht das einzige Energieversorgungsunternehem (EVU) mit Dreck am Stecken ist, könnt ihr eure kreativen Kräfte natürlich auch auf die Spots anderer EVUs ausweiten, die gleichermaßen dreist die Wirklichkeit verzerren.

Anschauungsmaterial ist nur eine YouTube-Suche entfernt. All die hübschen Image-Filmchen landen schließlich auch dort und auf anderen Video-Plattformen. Mit Hilfe von Seiten wie keepvid oder flv-converter ist das Runterladen ein Kinderspiel. So kann der geneigte Netzaktivist beim Schneiden auf ein reichhaltiges Angebot zugreifen.

Da findet man z.B. diesen hübschen Spot: E.On Kinowerbung aus dem Jahr 2008. Lustig finden wir auch Bush Blair Endless Love. Lasst euch inspirieren und seid kreativ!

18.
August

RWE Energieriese – der ehrliche Spot!

Den neuen Werbefilm des Energiekonzerns RWE kennen viele. Schon dreist, wie sich der Energieanbieter als grüner Riese inszeniert, der voller Liebe zur Natur den Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreibt. Nichts davon ist wahr. Mit der Werbekampagne betreibt RWE reines Greenwashing, denn nur zwei Prozent seiner Energie gewinnt der Konzern aus Erneuerbaren Energien. Für uns war das Anlass, die ehrliche Version des Spots zu produzieren. Auch ihr könnt kreativ werden.

Mit Greenwashing versuchen Konzerne, ihr Image per Werbekampagne aufzupolieren und versuchen sich einen grünen Anstrich zu geben. Mit Hilfe dieser Taktik soll von der recht ungrünen Wirklichkeit der Firmen abgelenkt werden. Meister dieses Fachs ist beispielsweise die Atomindustrie, wie der RWE-Spot wieder beweist.

Doch Greenwashing-Kampagnen lassen sich entlarven. Die vier folgenden Kriterien helfen dabei.

Verlogenes Geschäft: Ein Konzern macht Werbung mit einem umweltfreundlichen Programm oder Produkt. Doch die Produktpalette und/oder das Kerngeschäft des Unternehmens sind nicht nachhaltig ausgerichtet oder sogar umweltbelastend. Zum Beispiel RWE: Der Konzern präsentiert sich als sanfter Riese, dem nichts mehr am Herzen liegt als Windkraftanlagen und Gezeitenkraftwerke. Tatsächlich ist das Unternehmen ein ausgewiesener Klimakiller.

Werbe-Getöse: Passgenau auf Zielgruppen abgestimmte Werbe- und PR-Kampagnen übertreiben eine ökologische Leistung, um von tatsächlichen Umweltproblemen abzulenken. Oder auch: Die Werbekampagne ist teurer als die tatsächliche Leistung des Konzerns.

Politisches Handeln: Ein Unternehmen brüstet sich mit einer grünen Firmenpolitik, während es Lobbyarbeit gegen ausstehende oder laufende ökologische Gesetzgebungen und Vorschriften betreibt.

Gesetzliche Ebene: Ein Konzern stellt seine Produkte als besonders ökologisch dar, obwohl sie nur bestehende Regularien und Gesetze erfüllen. Zum Beispiel: Ein Unternehmen ist juristisch gezwungen worden, ein Produkt zu ändern, seine Umweltverschmutzung zu vermindern oder eine bedrohte Tierart zu schützen. In anschließenden PR-Kampagnen behauptet der Konzern, alles sei auf rein freiwilliger Basis geschehen.