Spandauer Oberschüler haben heute vor dem Kanzleramt in Berlin gegen den Panzer-Deal mit Saudi-Arabien protestiert. Sie veröffentlichten zudem eine Text- und Fotobotschaft im Internet und verschickten sie per Mail an die Bundeskanzlerin, die Eigentümer von Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und zirka 600 Politiker.
“Wie stoppt man den Export von 270 Panzern an ein totalitäres Regime, wie Saudi-Arabien? Wie kann man sich Gehör verschaffen – wenn man gerade erst 13 Jahre alt ist und noch zur Schule geht? Wir fragen uns, wie man gegen die eigene Regierung protestieren soll, wenn man Angst haben muss, von Panzern überrollt zu werden.” fragen sie auf ihrer Webseite.
Weiter fragen sie: “Wieso machen wir Schüler uns mehr Gedanken über die Folgen eures Tuns (KMW-Eigentümer und Bundeskanzlerin), als ihr selbst? Wieso erscheint uns und 94 Prozent der deutschen Bevölkerung euer Handeln als moralisch Falsch und euch nicht? Wieso sehen wir in eurem Handeln eine Bedrohung für die Menschheit, für den Frieden und das Leben selbst, aber ihr nicht?”
Und die Schüler/innen klagen die Verantwortlichen an: “Eure Macht und euren Reichtum bezahlen andere mit dem Leben. Es sind unsichtbare Tote, doch sie liegen direkt vor eurer Haustür.”
Die Vorgeschichte
Die Idee zu der Protestaktion entstand während eines Fotoworkshops an einer Spandauer Schule mit Schülern der 7. Klassenstufe. Dazu der Fotograf Patryk Witt: “Ursprünglich wollte ich mit meinen Schülern einen Interview-Workshop zum Thema “Bildungswege von Berliner Prominenten” durchführen – doch die Schüler hatten mehr Lust darauf die Welt zu verändern.”
Um Frau Merkel und die Eigentümer von KMW auf die möglichen Folgen des Panzer-Deals aufmerksam zu machen, schrieben sie einen Brief und nahmen ein Foto vor dem Kanzleramt auf. Eine Versammlungserlaubnis der Polizei und des BMI lag nicht vor.
Denn die Schüler/innen wollten mit den selben Mitteln und der selben Angst vor den Folgen eines Protests vorgehen, wie sie die Aufständischen, beispielsweise in Bahrain, haben. Ein patroullierender Polizist vor dem Kanzleramt hat kurz nachgefragt, was die Aktion soll: “Soll das tote Menschen darstellen?” Die Antwort: “Das ist Interpretationssache. Wir machen einen Fotoworkshop zum Thema Bettlaken.”
Wir finden: Eine tolle Aktion und ein sehr aussagekräftiges Foto!


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