Eine Kampagne ist ein zielgerichtetes Vorhaben mit klarer Überschrift. Das bedeutet, dass klare Ziele definiert werden müssen, an denen ihr später euren Erfolg ablesen können. Neben dem Kampagnenziel solltet ihr euch Zwischenziele setzen, an denen ihr sogenannte Meilensteine festmachen könnt. Daran könnt ihr überprüfen, ob ihr während des Kampagnenverlaufs immer auf dem richtigen Weg seid.
Macht euch als erstes daran das Problem kurz, klar und verständlich zu formulieren. Ihr müsst das Problem nicht nur euch klar machen, sondern auch für andere nachvollziehbar darstellen. Klärt die Informationslage. Sind die Informationen verständlich? Und ganz wichtig: Sind die daraus abgeleiteten Behauptungen korrekt und richtig und im Prinzip beweisbar?
Dann definiert euer Ziel. Was soll sich nach der Kampagne verändert haben, was soll anders sein. Eure Ziele sollten SMART sein:
- Spezifisch, d.h. lassen sich aus den Zielen Handlungsschritte ableiten? Sind die Ziele klar und verständlich definiert?
- Messbar, also beobachtbar
- Aktiv beeinflussbar
- Realistisch, sind die Ziele mit den vorhandenen Ressourcen zu erreichen?
- Terminiert, Timing, d.h. Projektdauer/zeit festlegen, Projektstart und -ende definieren, Meilensteine festlegen.
Dann überlegt wer eure Gegner sind. Wer hat beispielsweise den größtmöglichen Einfluss auf das Problem, wenn er sein Handeln verändert? Sind die Gegner in der Öffentlichkeit bekannt?
Schließlich könnt ihr euch daran machen eure Botschaft, euren Slogan zu entwickeln. Der Slogan sollte kurz, knapp und gut eingängig sein. Zusätzlich sollte er auf den Missstand hinweisen. Hier ein paar Beispiele:
- Müllermilch = Gen-Milch
- Urwaldschutz ist Klimaschutz
- Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet
Die Botschaft darf stigmatisieren und kann Handlungsanforderungen an die Industrie oder an Mitmacher enthalten. Beispielsweise: “Stoppt Vattenfall – kauft Ökostrom!” Vergesst nicht, wo immer möglich, Lösungen anzubieten!
Macht euch Gedanken darüber, wer Verbündete sein können. Stellt euch die Frage, welche Organisationen, Politiker, Firmen unterstützen euch in euren Zielen. Holt diese Unterstützer ins Boot und macht euch mit ihnen gemeinsam daran euer Ziel zu erreichen.
Zusätzlich überlegt euch genau welche Zielgruppe euch in eurem Ziel, euren Zielen unterstützt. Welches ist die beste Tonalität, diese Zielgruppe anzusprechen. Macht euch schlau wo diese Zielgruppe anzutreffen ist. Dort müsst ihr euch zeigen und die Leute ansprechen.
Nicht vergessen, bietet Mitmachaktionen (MMA) auf der Straße und im Web an. Verbindet Web und Straße. Bsp.: Organisiert über das Web Flashmobs, Unternehmensbesichtigungen, Stammtische, Diskussionsabende oder was euch sonst noch einfällt und trefft euch real und sprecht miteinander.
Medien
Ihr braucht für eure Kampagne einen Kommunikationsplan. Macht euch klar welche Medien sich für euer Anliegen interessieren könnten. Welche Medien sind bei euch vor Ort? Spielt alles durch TV, Printmedien und Internet.
Es muss nicht immer die ARD oder Süddeutsche Zeitung sein. Es gibt in vielen Städten regionale Medien, die es sich anzusprechen lohnt. Überlegt euch wie, womit und wann ihr die Medien ansprechen wollt.
Social Media
Kommuniziert euer Anliegen nicht nur auf der eigenen Homepage. Geht auch im Web dorthin, wo eure Zielgruppe ist. Überlegt euch wo ihr diese Leute im Web treffen könnt. Ist es auf Facebook oder StudiVZ, MySpace oder Wer-kennt-Wen? Vernetzt und verlinkt eure Webauftritte.
Gibt es Blogs für die eure Aktivitäten interessant sind? Erstellt euch einen Verteiler und beliefert die Blogger mit Infos. Bindet GreenAction in all eure Webauftritte ein. Von eurer Homepage bis hin zu Facebook und Co. Und nutzt Twitter als Nachrichtenkanal, dort sind viele Journalisten unterwegs.
Vergesst nicht, eure Unterstützer/innen mitzunehmen. Stellt eure Erfolge dar und lasst eure Mitmacher und Unterstützer teilhaben. Lasst eure Unterstützer an der Kampagne teilnehmen!
Checkliste für Aktivitäten
- Fertigt Schilder, Transparente, Banner o.ä. an. Verwendet Schablonen, damit sie professioneller aussehen. Die Botschaft sollte noch aus einer gewissen Entfernung lesbar sein.
- Schreibt Flugblätter zu euren Aktivitäten.
- Wählt einen Presseansprechpartner aus.
- Fertigt eine Medienliste an (einschließlich Telefon- und Fax-Nummern).
- Schreibt Pressemitteilungen und schickt sie an die örtliche Presse.
- Bereitet Pressemappen vor. (Informationen in Form von Infoblättern und Artikeln zu dem Thema, das Gegenstand eurer Aktion ist.)
- Der Presseansprechpartner sollte sich ausschließlich darauf konzentrieren, den Kontakt zu den Medien zu suchen und aufrechtzuerhalten.
- Vergebt weitere Aufgaben: Bestimmt die Personen, die das Transparent halten, eine Person, die Fotos macht und eine Person, die dafür sorgt, dass die Parolen gerufen werden und Personen die Flugblätter verteilen. Nicht Alle müssen Alles machen.
- Schreibt Leserbriefe. (Nicht länger als knapp eine Seite.)